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Bücher schreiben: Was ist Kitsch?

Wenngleich Kitsch nicht zwangsläufig ein Graus oder ein Indiz für Kassenflops ist, wird er von Kritikern mit gutem Grund verteufelt und als Hauptmerkmal der Anspruchslosigkeit zelebriert. www.buchschreiben.com hilft hier aus und erklärt angehenden Autoren unter www.buchschreiben.com/thema/dramaturgie was Kitsch eigentlich ist und wie er sich in der Dramaturgie vermeiden lässt.

Kitsch am Exemple

"Und da sah er ihre wunderschönen Augen, die glänzten wie Saphire, woraufhin er aus tiefster Seele wusste, dass sie ein guter Mensch sei und eines Tages die Mutter seiner Kinder werden möge." Die Augen der Dame sind also wunderschön - fein, da mag sich noch jeder ein Urteil erlauben! Und saphirblau - fraglos, wir erkennen hier die Illustration eines schönen Menschen. Doch mit einem Mal weiß er aus tiefster Seele von ihrer Güte und malt sich - ganz die Liebe auf den ersten Blick! - seine Zukunft mit ihr aus.

Was geschieht da?

Wenn unser Erzähler nicht mit Leidenschaft der Ironie frönt, dann hat er hier Kitsch aufs Papier gezaubert. Wir erkennen nicht bloß das Klischee der Liebe auf Knopfdruck, sondern einen gewaltigen Sprung von der bloßen Sachebene hinauf ins Himmelszelt der schweren Sinnhaftigkeit. Menschen mit blauen Augen sind also zur Gutheit verdammt - oder was will uns der Text hier sagen? Er möge uns doch bitte zeigen, warum die Frau nun "gut" sein soll! Die Devise lautet: Zeig es, statt darüber zu sprechen. Der Kitsch wendet sich dagegen und lässt die Handlung - wie sie auch aussehen mag - auf hohlen Phrasen vorandümpeln, statt sich der weitaus komplizierteren Umstände mit echten Aussagen zu stellen.


 
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